Deckenöffnung für die Treppe: Wie groß das Treppenloch sein muss

Deckenöffnung für die Treppe: Wie groß das Treppenloch sein muss
Aktualisiert am Lesezeit 3 Minuten

Wer eine Treppe in ein neues Geschoss führen will, braucht ein Loch in der Decke – und die wichtigste Regel dafür lautet: erst die Treppe wählen, dann das Loch planen. Hier erfahren Sie, wie groß die Deckenöffnung für Raumspar-, Holz-, Mittelholm- und Spindeltreppen mindestens sein muss, warum sie kürzer ausfällt als die Treppe selbst und was vor dem Deckendurchbruch zu klären ist.

Treppenloch, Deckenöffnung, Deckendurchbruch

Die drei Wörter meinen dasselbe Bauteil aus zwei Blickwinkeln. Deckenöffnung oder Treppenloch ist die Aussparung für die Treppe in der Geschossdecke. Der Deckendurchbruch ist die Bauarbeit, mit der diese Öffnung in einer bestehenden Decke entsteht.

Nicht zu verwechseln ist das Treppenloch mit dem Treppenauge: So heißt der freie Raum, den die Treppenläufe und ihre Geländer umschließen, etwa zwischen zwei Läufen einer halbgewendelten Treppe. Und für Bodentreppen, die zusammengeklappt in der Decke verschwinden, gelten eigene Einbaumaße; sie finden Sie bei den Dachbodentreppen. Dieser Beitrag behandelt feste Treppen.

Warum das Loch kürzer ist als die Treppe

Eine Treppe braucht über sich nicht auf ganzer Länge Luft, sondern nur so viel, dass niemand mit dem Kopf an die Decke stößt. Die DIN 18065 legt dafür die lichte Treppendurchgangshöhe fest: mindestens 200 cm, gemessen zwischen einer gedachten Ebene durch die Stufenvorderkanten und der Unterseite des darüberliegenden Bauteils. An den Rändern der Treppe darf dieses Maß auf einem Streifen von höchstens 25 cm Breite eingeschränkt sein, solange in der Mitte mindestens 50 cm Breite die volle Höhe haben.

Die Decke darf also überall dort über der Treppe liegen, wo darunter noch 2 m Kopffreiheit bleiben. Erst ab dieser Stelle braucht die Treppe das Loch. Deshalb ist die Öffnung kürzer als die Ausladung der Treppe – bei der geraden Holztreppe Korfu zum Beispiel 160 cm bei 220 cm Ausladung.

Wie lang das Loch sein muss, hängt damit von der Raumhöhe unter der Decke ab: Geschosshöhe minus Deckenstärke. Die Deckenstärke setzt sich aus dem tragenden Teil der Decke (etwa Betondecke oder Holzbalken) und dem Fußbodenaufbau darüber zusammen (Estrich, Dämmung, Belag). Je dicker die Decke, desto tiefer liegt ihre Unterseite – und desto länger muss die Öffnung sein, damit 2 m Kopffreiheit bleiben. Was die Norm sonst für Treppen verlangt, steht in unserem Ratgeber zu den Treppenmaßen nach DIN 18065.

Mindestmaße der Deckenöffnung je Treppenart

Bei den meisten StarWood-Treppen steht das Mindestmaß der Deckenöffnung in den technischen Daten auf der Produktseite. Die Übersicht fasst die Werte zusammen (Breite × Länge):

Treppe Geschosshöhe Neigung Deckenöffnung mindestens
Raumspartreppe Samos 250 bis 285 cm über die Aufstellung einstellbar 58,5 × 120 cm bis 70 × 120 cm
Raumspartreppen 2000 und 3000 279,5 cm 62° 59 × 120 cm bis 62,5 × 120 cm
Holztreppe Korfu / Rhodos, gerade 300 cm 51° 79 × 160 cm bis 90 × 160 cm
Holztreppe Korfu / Rhodos, ¼ gewendelt 300 cm 51° 79 × 180 cm bis 90 × 180 cm
Holztreppe Mykonos, gerade 280 cm 45° 81 × 200 cm bis 92 × 200 cm
Holztreppe Lindos, gerade 280 bzw. 301 cm 45° 80 × 250 cm oder 100 × 250 cm
Holztreppe Lindos, ¼ gewendelt 301 cm 45° 80 × 270 cm oder 100 × 280 cm
Mittelholmtreppe DIXI 222 bis 350 cm je nach Einbauvariante 70 oder 80 × 200 cm
Mittelholmtreppe LINEO, gerade 270 cm 36° ca. 85 × 320 cm
Spindeltreppen ca. 271 bis 314 cm — 125 × 125 cm (Durchmesser 119 cm) bis 175 × 175 cm (Durchmesser 169 cm)

Werte laut technischen Daten der Produktseiten, Stand September 2026. Die Spanne innerhalb einer Zeile ergibt sich aus Geländerart und Geländerseite, bei Samos zusätzlich aus der Stufenform, bei Lindos aus der Treppenbreite, bei Spindeltreppen aus dem Durchmesser. Bei den übrigen Mittelholmtreppen hängt die Deckenöffnung von der Einbauvariante ab.

Die Maße gelten für die im Datenblatt genannte Geschosshöhe. Weicht Ihre Geschosshöhe oder Deckenstärke davon ab, klären Sie die Öffnung vor dem Durchbruch mit uns – unser Kundenservice prüft Ihre Werte vor der Bestellung telefonisch mit Ihnen. Die Modelle im Einzelnen finden Sie bei den Raumspartreppen, den Holztreppen aus Massivholz und den Spindeltreppen.

Was die Tabelle zeigt

  • Je flacher die Treppe, desto länger das Loch. Raumspartreppen mit 62° Neigung kommen mit 120 cm aus, Korfu und Rhodos mit 51° brauchen 160 cm, Mykonos und Lindos mit 45° 200 bis 250 cm, die Mittelholmtreppe LINEO mit 36° rund 320 cm.
  • Eine Wendelung verlängert das Loch. Korfu und Rhodos brauchen gewendelt 180 statt 160 cm, Lindos 270 oder 280 statt 250 cm.
  • Das Geländer macht das Loch breiter. Bei Korfu und Rhodos reicht die Breite von 79 cm (Holzgeländer einseitig) bis 90 cm (Design-Geländer beidseitig).
  • Bei Spindeltreppen folgt das Loch dem Durchmesser: Seine Seitenlänge liegt etwa 6 cm über dem Durchmesser der Treppe.

Wie breit muss die Deckenöffnung sein?

Mindestens so breit wie die Treppe – gemessen als Stufenbreite plus Wangen – zuzüglich des Geländers. Im Treppenkonfigurator wird die Mindestbreite anhand der gewählten Geländerart automatisch errechnet.

Nicht eingerechnet ist dabei der Abstand, den Ihre Hand braucht, um den Handlauf zu umgreifen. Planen Sie dafür etwa 4 cm zusätzlich zwischen Handlauf und Deckenkante oder Wand ein.

Die richtige Reihenfolge: erst die Treppe, dann das Loch

  1. Geschosshöhe messen: von Fertigfußboden zu Fertigfußboden. Sind die Böden noch nicht verlegt, ziehen Sie die geplanten Bodenaufbauten beider Ebenen vom Rohbaumaß ab.
  2. Deckenstärke messen: tragender Teil der Decke plus Fußbodenaufbau. Wer den Fußbodenaufbau vergisst, erhält die falschen Treppenvarianten.
  3. Treppe wählen: Aus Geschosshöhe und Deckenstärke ergeben sich die möglichen Treppen. Das Mindestmaß der Deckenöffnung steht in den technischen Daten des Modells.
  4. Statik klären: Ein Tragwerksplaner prüft, ob und wie die Decke die Öffnung verträgt (siehe unten).
  5. Durchbruch ausführen lassen – im gewählten Maß, rechtwinklig und mit dem Handlaufabstand.
  6. Nachmessen: an mehreren Stellen, weil Rohbauöffnungen selten ganz rechtwinklig sind. Setzen Sie den größten gemessenen Wert an.

Welche Maße Sie für die Bestellung brauchen und wie Sie sie nehmen, zeigt Schritt für Schritt – auch im Video – die Seite Treppenaufmaß nehmen.

Genehmigung und Statik

Nach der Musterbauordnung ist die Änderung tragender Bauteile innerhalb von Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 verfahrensfrei (§ 61 Abs. 1 Nr. 11 b MBO). Das sind Gebäude bis 7 m Höhe mit höchstens zwei Nutzungseinheiten, etwa Wohnungen, von zusammen nicht mehr als 400 m². Verbindlich ist aber die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, und auch ohne Genehmigung muss die Decke standsicher bleiben (§ 59 Abs. 2 MBO). Lassen Sie den Durchbruch deshalb von einem Tragwerksplaner planen.

Wie aufwendig der Durchbruch wird und was er kostet, hängt von Deckenart, Spannrichtung und Größe der Öffnung ab. Das beurteilen Tragwerksplaner und ausführender Fachbetrieb vor Ort.

Die offene Lochkante sichern und verkleiden

Wo die Treppe nicht an die Deckenkante anschließt, entsteht oben eine Absturzkante. Nach der Musterbauordnung sind Öffnungen in begehbaren Decken und die freien Seiten von Treppenöffnungen zu umwehren (§ 38 Abs. 1 Nr. 4 und 6 MBO), und zwar mindestens 0,90 m hoch (§ 38 Abs. 4 Nr. 1 MBO). Auch hier gilt im Einzelfall die Landesbauordnung.

Dafür gibt es Brüstungsgeländer für die Lochkante, zur Montage auf dem Boden oder an der Innenseite des Deckenlochs. Bei der Bodenmontage messen Sie auf dem Fußboden am Deckenloch, bei der Wandmontage das Innenmaß des Lochs.

Die Stirnseite des Lochs lässt sich mit Holz in derselben Holzart wie die Treppe verkleiden. Die passenden Platten stellen Sie im Holzplatten-Konfigurator nach Maß zusammen und bestellen sie direkt.

Das Loch ist schon da – und klein?

Dann entscheidet die vorhandene Öffnung über die Treppe. Im StarWood-Sortiment brauchen die Raumspartreppe Samos (ab 58,5 × 120 cm, ohne Geländer mit verjüngten Stufen) und die Raumspartreppen 2000 und 3000 (ab 59 × 120 cm) die kleinsten rechteckigen Öffnungen. Bei einer quadratischen Öffnung ab 125 × 125 cm kommt eine Spindeltreppe in Frage. Passt kein Modell, sprechen Sie uns an: Mit den Maßen Ihrer Öffnung prüfen wir gemeinsam, ob eine Treppe aus dem Konfigurator oder eine Sonderanfertigung nach Aufmaßblatt in Frage kommt.

Häufig gestellte Fragen zur Deckenöffnung

Wie groß muss eine Deckenöffnung für eine Treppe sein?

Das hängt von der Treppe ab. Im StarWood-Sortiment reicht die Spanne von 58,5 × 120 cm bei der Raumspartreppe Samos bis etwa 85 × 320 cm bei der Mittelholmtreppe LINEO. Das Maß für Ihr Modell steht in dessen technischen Daten.

Wovon hängt die Länge des Treppenlochs ab?

Von der Neigung der Treppe, einer eventuellen Wendelung und der Raumhöhe unter der Decke, also Geschosshöhe minus Deckenstärke. Maßgeblich ist, dass über der Treppe mindestens 200 cm Kopffreiheit bleiben; nur an den Rändern darf es nach DIN 18065 etwas weniger sein.

Braucht ein Deckendurchbruch eine Baugenehmigung?

Nach der Musterbauordnung nicht in Wohngebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2. Verbindlich ist die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes, und die Standsicherheit der Decke muss in jedem Fall gewahrt bleiben – deshalb gehört die Planung zu einem Tragwerksplaner.

Was ist der Unterschied zwischen Treppenloch und Treppenauge?

Das Treppenloch ist die Aussparung in der Decke. Das Treppenauge ist der freie Raum, den Treppenläufe und Geländer umschließen, zum Beispiel zwischen zwei Läufen.

Prüft StarWood, ob meine Deckenöffnung zur Treppe passt?

Ja. Unser Kundenservice prüft Ihre Maße vor der Bestellung telefonisch mit Ihnen, montags bis donnerstags von 8 bis 19 Uhr und freitags von 8 bis 17 Uhr, oder per E-Mail. Alle Wege der Kontaktaufnahme sind kostenlos.

Fazit

Die Deckenöffnung folgt der Treppe, nicht umgekehrt. Wer Geschosshöhe und Deckenstärke misst, die Treppe danach wählt und das Mindestmaß aus deren technischen Daten übernimmt, lässt das Loch nur einmal schneiden – und in der richtigen Größe.

Quellenverzeichnis

Alle Quellen abgerufen im September 2026.

[1] DIN 18065:2020-08 Gebäudetreppen – Begriffe, Messregeln, Hauptmaße; wiedergegeben bei WEKA (weka.de)

[2] Musterbauordnung, Fassung November 2002, zuletzt geändert am 22.02.2019, §§ 2, 38, 59, 61 (Bauministerkonferenz)

[3] Technische Daten der StarWood-Produktseiten (Raumspar-, Holz-, Mittelholm- und Spindeltreppen)

[4] StarWood – Treppenaufmaß nehmen

Madeleine Ensner

Über den Autor

Madeleine Ensner

Madeleine - Impulsgeberin und Innovatorin im Treppenbau Als Inhaberin und Geschäftsführerin des StarWood Treppenshops verbindet Madeleine unternehmerisches Geschick mit Innovationskraft. Sie gestaltet aktiv die Entwicklung aller Geschäftsprozesse und setzt neue Ideen in die Praxis um. In diesem Blog teilt sie Erkenntnisse und zukunftsweisende Konzepte aus der Welt des Treppenbaus. Bleiben Sie gespannt auf frische Impulse für Ihr Treppenprojekt!

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