Raumspartreppe planen: Maße, DIN 18065 und die wichtigsten Schritte

Wie plane ich eine Raumspartreppe richtig?

Die Planung läuft in fünf Schritten ab – und jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf. Wer die Reihenfolge umdreht, riskiert teure Nachbesserungen.

1. Einsatzzweck klären

Ist die Treppe Haupt- oder Nebentreppe? Wird sie täglich genutzt oder nur selten? Wer wird sie nutzen – Kinder, ältere Menschen, Besucher? Diese Fragen bestimmen, welche Norm gilt und welche Treppenform infrage kommt.

2. Bauliche Situation aufnehmen

Geschosshöhe messen, Deckenöffnung ausmessen, verfügbare Ausladung prüfen. Bei jedem Wert an mehreren Punkten nachmessen – alte Decken sind selten perfekt rechtwinklig.

3. DIN 18065 und Landesbauordnung prüfen

Die Norm DIN 18065:2020-08 [1] gibt zulässige Werte für Steigung, Auftritt, Breite und Kopfhöhe vor. Ihre Landesbauordnung kann strengere Anforderungen stellen – besonders bei Brandschutz und Rettungswegen. Die wichtigsten Normwerte sind in Abschnitt 3 dieses Ratgebers zusammengefasst; die vollständige Normübersicht finden Sie in unserem Ratgeber DIN 18065 im Detail.

4. Modellform wählen

Gerade, gewendelt, mit Vollstufen oder mit Wechselschritt-Stufen. Die Wahl hängt von Ausladung, Nutzung und persönlicher Präferenz ab.

5. Den richtigen Bestellweg wählen

Je nachdem, wie spezifisch Ihre Situation ist, haben Sie drei Optionen: Standardmaße (232–285 cm Geschosshöhe) → direkt aus der Kategorie Raumspartreppen bestellen. Individuelle Anpassungen → den Raumspartreppen-Konfigurator mit Sofortpreis nutzen. Echte Sonderanfertigung (außerhalb des Standardrasters) → das Aufmaßblatt für Holztreppen ausfüllen und online einreichen.

Wenn Sie die Treppe für einen Dachausbau planen, lohnt vorab ein Blick in unseren Blog Raumspartreppe für den Dachausbau mit konkreten Szenarien und einer Vorab-Checkliste.

Welche Maße sind bei der Raumspartreppen-Planung wichtig?

Sechs Maße entscheiden, ob eine Raumspartreppe in Ihre Einbausituation passt. Alle sechs sind vor der Bestellung zu prüfen.

Maß Beschreibung StarWood-Standardbereich
Geschosshöhe Senkrechter Abstand von Fertigfußboden Untergeschoss bis Fertigfußboden Obergeschoss. Nicht bis zur Decke – bis zum oberen Bodenbelag. 232–285 cm
Deckenöffnung Öffnung in der oberen Decke, durch die die Treppe führt. Länge und Breite an beiden Seiten messen. min. 60 × 120 cm (Modelle 2000/3000), 60 × 150 cm (Samos)
Ausladung Horizontale Länge vom Einstieg bis zum Austritt unten. Hängt von Geschosshöhe und Steigung ab. bis 153 cm (2000/3000) · bis 202 cm (Samos)
Treppenbreite Seitlicher Abstand zwischen den Wangen (Außenmaß, inkl. Geländer). 56,5–70 cm
Kopfhöhe Senkrechter Abstand von der Trittfläche zur Decke. DIN-Minimum: 200 cm. Bei Raumspartreppen oft der kritischste Wert. [1] mind. 200 cm (besser 210 cm)
Austrittsposition Wo oben die Treppe endet – mind. 60 cm freier Bereich ohne Wand, Heizkörper oder Möbel. mind. 60 cm Freiraum

Alle Maße als Fertigmaße nehmen – nach endgültiger Verlegung der Bodenbeläge, nicht im Rohbauzustand. Quelle: [1] DIN 18065:2020-08, [2] StarWood Produktspezifikationen (Stand April 2026).

Wie steil darf eine Raumspartreppe sein? DIN 18065 im Überblick

Der Steigungswinkel hängt davon ab, ob Ihre Treppe als notwendige Treppe (Hauptzugang, Fluchtweg) oder als nicht notwendige Treppe (Nebentreppe, Hobbyraum, Dachausbau) eingestuft wird. Die DIN 18065:2020-08 regelt beide Kategorien [1].

Kriterium Haupttreppe (notwendig) Nebentreppe / Raumspartreppe
Steigung (Stufenhöhe) 14–20 cm bis 21 cm zulässig
Auftritt (Stufentiefe) mind. 26 cm mind. 21 cm (Vollstufen) · Wechselschrittstufen: breite Seite ≥ 24 cm *
Treppenbreite mind. 80 cm mind. 50 cm
Handlauf beidseitig Pflicht einseitig ausreichend
Kopfhöhe mind. 200 cm mind. 200 cm

* Bei Wechselschrittstufen (Sambastufen) gilt die breite Seite als maßgebliche Auftrittsfläche. Quelle: DIN 18065:2020-08 [1]; Treppenmeister, Sanier.de [3].

In der Praxis empfehlen wir: Für tägliche Nutzung (z. B. Dachausbau mit Schlafzimmer) Steigungen bis maximal 55 Grad – so bleibt das Begehen komfortabel. Für gelegentliche Nutzung (Hobbyraum, Abstellboden) darf es steiler sein. Die normativen Grenzwerte gelten als absolute Untergrenze, nicht als Komfortempfehlung. Alle Details zu den Normwerten finden Sie in unserem ausführlichen DIN-18065-Ratgeber.

Das Schrittmaß: Die Formel für bequeme Treppen

Eine bewährte Regel aus dem Treppenbau: 2 × Steigung + Auftritt = 59–65 cm (Idealwert 63 cm) [1][3]. Diese Formel basiert auf dem durchschnittlichen Schritt eines erwachsenen Menschen. Bei Raumspartreppen kann dieser Wert konstruktionsbedingt nicht immer eingehalten werden – der Preis der Platzersparnis. Je näher Sie trotzdem an 63 cm kommen, desto angenehmer die Nutzung.

Rechenbeispiel: Bei 19 cm Steigung und 20 cm Auftritt ergibt sich 2 × 19 + 20 = 58 cm – knapp unter dem Idealbereich, aber noch akzeptabel. Bei 21 cm Steigung und 21 cm Auftritt: 2 × 21 + 21 = 63 cm – genau im Optimum, obwohl die Treppe steil ist.

— Schrittmaßberechnung nach DIN 18065:2020-08 [1]

Welche Modellform passt zu meiner Situation?

Bei Raumspartreppen haben Sie grundsätzlich drei Optionen, die sich in Platzanforderung und Begehkomfort unterscheiden.

Gerade Raumspartreppe mit Vollstufen

Klassische Form, gewohnter Schritt, kein Umgewöhnungsaufwand – braucht aber mehr Ausladung (bis 153 cm bei Modellen 2000/3000). Gut für Dachausbau mit ausreichend Fläche am Fuß.

Gerade Raumspartreppe mit Wechselschritt-Stufen

Maximale Platzersparnis bei gerader Form – Ausladung bis 202 cm bei den Samos-Modellen mit zusätzlichem Platzvorteil durch asymmetrische Stufen. Wer mit dem richtigen Fuß startet, läuft komfortabel. Kinder und ältere Menschen benötigen eine Eingewöhnung. Konkrete Alltagserfahrungen dazu finden Sie in unserem Blog Wechselschritt-Stufen im Alltag.

Gewendelte Raumspartreppe

Wenn die Deckenöffnung keinen geraden Verlauf zulässt. Viertel- oder halbgewendelt – noch platzsparender, aber planerisch anspruchsvoller. Bei StarWood auf Anfrage als Sonderanfertigung verfügbar.

Bei StarWood setzen wir auf gerade Raumspartreppen in den Modellreihen 2000, 3000 und Samos. Eine Übersicht aller acht Modelle mit Preisen und Maßen finden Sie in unserer Kategorie Raumspartreppen.

Aufmaß nehmen: Die wichtigste Vorarbeit

Fehler beim Aufmaß sind der häufigste Grund für Probleme beim Einbau. Drei Grundregeln helfen, typische Fallen zu vermeiden.

Mehrfach messen

Jede Dimension an mindestens zwei Punkten prüfen. In Altbauten weichen die Werte oft um mehrere Zentimeter ab – alles andere als rechtwinklige Ecken und gerade Decken sind normal.

Fertigmaße verwenden

Alle Maße nach der endgültigen Bodenbeläge nehmen – nicht im Rohbauzustand. Parkett, Laminat und Estrich addieren je nach Aufbau 3–8 cm auf die Geschosshöhe.

Kopfhöhe nicht vergessen

Der häufigste Planungsfehler: Die Treppe passt flächenmäßig, aber der Kopf stößt beim Hinaufgehen an eine Decke oder einen Dachbalken. Die lichte Durchgangshöhe nach DIN 18065:2020-08 beträgt mindestens 200 cm über jeder Stufe [1].

Eine detaillierte Anleitung mit Video finden Sie auf unserer Seite Treppenaufmaß nehmen. Für Sonderanfertigungen nutzen Sie unser Aufmaßblatt für Holztreppen – digital ausfüllen und online einreichen.

Rechtliche Anforderungen: Wann ist welche Treppe erlaubt?

Die wichtigste Unterscheidung: Haupttreppe oder Nebentreppe. Eine Haupttreppe verbindet vollwertige Wohnräume und muss als Fluchtweg dienen. Eine Nebentreppe führt zu untergeordneten Räumen – dort sind Raumspartreppen klar zulässig.

In Maisonette-Wohnungen ist die Einordnung nicht immer eindeutig. Manche Landesbauordnungen werten die interne Verbindungstreppe als Haupttreppe, andere als Nebentreppe. Im Zweifel hilft ein Anruf bei der Bauaufsicht oder einem Architekten. Detaillierte Normwerte enthält unser DIN-18065-Ratgeber.

Häufige Planungsfehler

  • Zu steile Treppe ohne Probe: Steigung und Winkel falsch eingeschätzt. Tipp: Vor der Bestellung eine vergleichbare Treppe in einem Showroom oder bei Nachbarn ausprobieren.
  • Kopfhöhe ignoriert: Die Treppe passt flächenmäßig, aber die Durchgangshöhe reicht nicht. Bei Dachschrägen besonders kritisch.
  • Austrittsposition nicht geprüft: Am oberen Ende steht eine Wand oder ein Heizkörper im Weg. Mindestens 60 cm freie Austrittsfläche einplanen.
  • Wechselschritt ohne Praxis-Test: Wechselschritt-Stufen werden ohne vorherige Probe gekauft – und die Bewohner tun sich im Alltag schwer, besonders wenn Kinder oder ältere Menschen die Treppe täglich nutzen.
  • Falsche Nutzungsannahme: Die Treppe wird als Nebentreppe geplant, entwickelt sich aber zur täglichen Haupttreppe – und erfüllt die Anforderungen nicht.

Planungs-Checkliste für Ihre Raumspartreppe

Diese Checkliste können Sie vor jeder Bestellung durchgehen – als einfache Selbstprüfung, bevor Sie den Konfigurator starten oder ein Standardmodell bestellen.

✓ Vorbereitung

  • Einsatzzweck geklärt: Haupt- oder Nebentreppe?
  • Nutzungsprofil definiert: Wer nutzt die Treppe wie oft?
  • Budget eingegrenzt: Standardmodell, Konfigurator oder Sonderanfertigung?

✓ Aufmaß

  • Geschosshöhe an mindestens zwei Punkten gemessen
  • Deckenöffnung: Länge, Breite und Form erfasst
  • Ausladung unten geprüft; Austrittsbereich oben frei
  • Kopfhöhe an jeder Stufenposition gecheckt
  • Fertigmaße verwendet – keine Rohbaumaße

✓ Rechtliches

  • DIN-18065-Werte eingehalten (Steigung, Auftritt, Breite)
  • Landesbauordnung geprüft (kann strenger sein)
  • Brandschutz bei Mehrfamilienhäusern beachtet

✓ Modellwahl

  • Vollstufen oder Wechselschritt entschieden
  • Holzart gewählt: Fichte, Buche oder Eiche
  • Geländer definiert: ein- oder beidseitig, Stab-Form
  • Bestellweg festgelegt: Kategorie, Konfigurator oder Aufmaßblatt

Fazit: Planung zahlt sich aus

Eine gut geplante Raumspartreppe überzeugt nicht durch maximale Platzersparnis allein, sondern durch das richtige Gleichgewicht für die konkrete Nutzung. Wer sorgfältig misst, DIN und Landesbauordnung prüft und die Stufenform an das eigene Nutzungsprofil anpasst, bekommt eine Treppe, die über Jahrzehnte zuverlässig funktioniert.

Wenn die Maße feststehen, stehen drei Wege offen: die Kategorie Raumspartreppen für Standardmodelle ab 241,40 €, der Raumspartreppen-Konfigurator für maßgefertigte Lösungen mit Sofortpreis, oder das Aufmaßblatt für Holztreppen für echte Sonderanfertigungen. Unsicher, welcher Weg der richtige ist? Unsere Erstberatung ist kostenfrei und unverbindlich – erreichbar über das Kontaktformular oder unter 09822-607110.

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Quellenverzeichnis

Alle Angaben wurden im April 2026 geprüft.

[1] DIN 18065:2020-08 „Gebäudetreppen – Begriffe, Messregeln, Hauptmaße" – Beuth Verlag; Zusammenfassung via weka.de

[2] StarWood Treppenshop – Produktkatalog Raumspartreppen (Preise, Maße, Lieferzeiten) → starwood-treppenshop.de/produkte/raumspartreppen.html – Stand April 2026

[3] Treppenmeister – Treppenlexikon Raumspartreppe (DIN-18065-Werte für nicht notwendige Treppen) → treppenmeister.com

[4] Sanier.de – Raumspartreppe: Steigungsverhältnis DIN 18065 für Nebentreppen → sanier.de – Stand November 2025

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