Bauträger & Wohnungsbau
Wer ein Mehrfamilienhaus oder eine Wohnanlage mit mehreren Einheiten baut, bestellt keine Treppe – er bestellt ein Dutzend, zwei Dutzend oder mehr. Das verändert die Anforderungen an den Lieferanten grundlegend: Es geht nicht mehr um ein einzelnes Angebot, sondern um koordinierte Serienlieferung, Normkonformität für unterschiedliche Gebäudeklassen und Preise, die mit dem Projektvolumen skalieren. Hier erfahren Sie, worauf Bauträger achten müssen.
Welche Normen gelten für Treppenhäuser im Mehrfamilienhaus?
Die zentrale Norm für Treppen im Wohnungsbau ist DIN 18065:2020-08 – sie legt Begriffe, Messregeln und Hauptmaße für Gebäudetreppen fest. Für baurechtlich notwendige Treppen (Treppenhäuser, die die Erschließung sicherstellen) gelten zusätzlich die Landesbauordnungen (LBO) der jeweiligen Bundesländer, die sich an der Musterbauordnung (MBO) orientieren.
Für die Praxis des Mehrfamilienhausbaus sind vor allem zwei Punkte relevant:
- Nutzbare Laufbreite: Für Gebäudeklasse 3 (bis 7 m Höhe, bis 6 Wohneinheiten) schreibt die MBO in §34 eine lichte Breite von mind. 0,80 m vor. Für Gebäudeklassen 4 und 5 steigt die Anforderung auf mind. 1,00 m – als lichte, nutzbare Breite. Die genaue Anforderung variiert nach Bundesland.
- Stufenmaße: DIN 18065 empfiehlt für Wohngebäude eine Steigung von 14–20 cm und einen Auftritt von 23–37 cm. Die bewährte Schrittmaßregel (2 × Steigung + Auftritt ≈ 63 cm) gilt als Qualitätsmerkmal komfortabler Treppen.
Für Projekte mit barrierefreien Wohnungen nach DIN 18040-2 – in vielen Bundesländern für einen Teil der Einheiten im geförderten Wohnungsbau Pflicht – gelten erhöhte Anforderungen an Handlaufhöhe (85–90 cm), Handlaufführung und Stufengestaltung (keine offenen Setzstufen).
Welcher Treppentyp passt wohin?
Notwendiges Treppenhaus (GK 3–5): Stahltreppe als Standard
Für Treppenhäuser, die als Fluchtweg fungieren, haben sich gerade Stahltreppen mit geschlossenen Setzstufen und Holzauflagen in der Serienfertigung bewährt. Sie lassen sich normgerecht nach GK und MBO dimensionieren, sind robust bei täglicher Frequenz und erlauben durchgängige Handlaufsysteme. Im Stahltreppen Standard-Bausatz sind typische Maße für Wohngebäude direkt konfigurierbar.
Kellertreppe: kompakt und kostengünstig
Für den Kellerbereich werden häufig einfache Stahltreppen mit kleinerem Laufmaß eingesetzt. Hier reicht der Standard-Bausatz in der Regel aus. Wichtig: Auch Kellertreppen müssen mindestens einen Handlauf aufweisen; bei Breiten über 1,20 m beidseitig.
Maisonette-Innentreppen: Wohncharakter zählt
Für Innentreppen innerhalb von Maisonette-Wohnungen gelten weniger strenge Anforderungen (nicht baurechtlich notwendig). Hier gibt es mehr gestalterische Freiheit: Sonderanfertigungen mit Massivholzstufen, offene Designs oder Raumspartreppen für platzknappe Grundrisse sind realisierbar.
„Das größte Missverständnis bei Bauträgerprojekten: Man denkt, die Treppe ist ein Detail, das man am Ende klärt. In Wirklichkeit bestimmt die Treppenbreite schon beim Grundriss, ob das Treppenhaus richtig liegt oder ob später nachgebessert werden muss. Wir sprechen lieber früh mit Bauträgern – dann passen Norm, Maß und Preis von Anfang an zusammen."
– Madeleine Ensner, Geschäftsführerin StarWood Treppenshop
Wie Serienlieferungen für Wohnanlagen funktionieren
Ein typisches Bauträgerprojekt mit zwölf Mehrfamilienhäusern braucht keine zwölf Treppen auf einmal – sondern zwölf Treppen im Rhythmus des Baufortschritts. Wer einen Lieferanten wählt, der nicht nach Bauabschnitt liefern kann, hat entweder ein Lagerproblem auf der Baustelle oder verzögert den Einbau.
Bei StarWood funktioniert das so: Nach der Auftragsklärung und Maßabstimmung produzieren wir die Treppen in unserer eigenen Fertigung in Bechhofen und liefern in vereinbarten Losen – abgestimmt auf Ihren Bauzeitenplan. Sie rufen die Liefereinheiten nach Baufortschritt ab, ohne Lageraufwand auf der Baustelle.
Der Ablauf im Überblick:
- Erstanfrage: Projektbeschreibung mit Anzahl Treppenhäuser, Treppentyp, Grundmaßen und Bauzeitraum
- Serienangebot: Einzelpreis, Serienpreis und Liefertaktungsplan in einem Angebot
- Auftragsklärung: Maße, Stufentyp, Geländer und Sondermaße final abgestimmt
- Loslieferung: Baustellengerechte Anlieferung nach vereinbartem Abrufplan
Preise: Einzelbestellung vs. Serienabnahme
Als registrierter Geschäftskunde bei StarWood erhalten Sie dauerhaft 15 % Nachlass auf jede Bestellung – auch auf Einzelstücke. Für Projekte mit größerem Serienvolumen sind darüber hinaus individuelle Preisvereinbarungen möglich. Das konkrete Serienangebot hängt von Treppentyp, Stückzahl und Abnahmerhythmus ab.
Faustregel: Je einheitlicher die Maße über alle Einheiten, desto effizienter die Serienfertigung – und desto günstiger das Einzelstück. Wer im Grundriss auf einheitliche Treppenhausmaße achtet, spart nicht nur beim Treppenlieferanten.
Fazit: Treppenplanung früh im Bauträgerprozess verankern
Für Bauträger sind Treppen kein Nachgedanke – sie sind ein früher Planungsparameter, der Grundriss, Normkonformität und Lieferlogistik gleichzeitig beeinflusst. Mit dem richtigen Lieferanten, einer koordinierten Serienlieferung und normgerechten Konstruktionen nach DIN 18065 und MBO lassen sich Treppentrakte effizient und kostensicher realisieren.
Weitere Informationen für Bauträger und Wohnungsbaugesellschaften:
- Treppen für Wohnanlagen und Mehrfamilienhäuser – Normen, Treppentypen, Serienlieferung im Detail
- Großprojekte – Ablauf und Sonderkonditionen – wie die Zusammenarbeit bei größerem Volumen funktioniert
Quellen
- DIN 18065:2020-08 – Gebäudetreppen: Begriffe, Messregeln und Hauptmaße → din.de
- Musterbauordnung (MBO) §34 – Notwendige Treppen → is-argebau.de
- DIN 18040-2:2011-09 – Barrierefreies Bauen, Wohnungen → din.de



