
Eine Bodentreppe – auch Dachbodentreppe, Einschubtreppe, Bodeneinschubtreppe, Speichertreppe oder Lukentreppe genannt – führt vom Wohngeschoss auf den Dachboden und verschwindet geschlossen in der Decke. Hier erfahren Sie, welche Bauarten es gibt, welche Normgrößen üblich sind, welche vier Maße Sie vor dem Kauf nehmen sollten und welche Normen gelten – die DIN 18065 gehört nicht dazu.
Bodentreppen-Typen im Vergleich
Die Bauarten unterscheiden sich vor allem in der Mechanik – und damit darin, wie viel Platz sie unter der Luke brauchen und wie bequem sie sich bedienen lassen.
| Typ | Mechanik | Geeignet für |
|---|---|---|
| Klapptreppe (mehrteilig) | Die Treppe liegt in drei oder vier Segmenten auf dem Lukendeckel und wird nach dem Öffnen ausgeklappt. Mehr Segmente bedeuten kürzere Teile beim Ausklappen. | Den Standardfall |
| Scherentreppe | Faltet sich wie eine Ziehharmonika zusammen und wird senkrecht nach unten ausgezogen. | Kleine Deckenöffnungen |
| Elektrische Bodentreppe | Öffnet und schließt per Fernbedienung; braucht einen bauseitigen Stromanschluss. | Häufige Nutzung, Bedienkomfort |
| Gedämmte Bodentreppe | Deckel mit Dämmkern und umlaufender Dichtung, bei manchen Herstellern mit Anschlussband für die Decke. | Decken zum unbeheizten Dachboden |
| Brandschutz-Bodentreppe | Deckel und Lukenkasten mit Feuerwiderstand, klassifiziert z. B. als EI2 30 (EN 13501-2) oder F 30 (DIN 4102-2). | Wo Brandschutzanforderungen an die Decke gelten |
Bodentreppe Maße: Normgrößen und Sondermaße
Bodentreppen werden nach dem Maß der Deckenöffnung bestellt. Angegeben wird es als Länge × Breite. Üblich sind acht Größen:
| Breite | Länge 110 cm | Länge 120 cm | Länge 130 cm | Länge 140 cm |
|---|---|---|---|---|
| 60 cm | 110 × 60 | 120 × 60 | 130 × 60 | 140 × 60 |
| 70 cm | 110 × 70 | 120 × 70 | 130 × 70 | 140 × 70 |
DOLLE und Wellhöfer führen alle acht Größen; Roto nennt 120 × 60, 120 × 70, 130 × 70 und 140 × 70 cm als Standardformate. Passt keine davon, gibt es Sondermaße – bei Wellhöfer etwa von 100 × 50 bis 160 × 100 cm, bei der Scherentreppe schon ab 75 cm Länge.
Öffnung und Treppe richtig zuordnen: Wie groß die Rohöffnung im Verhältnis zum Lukenkasten sein muss, regelt jeder Hersteller selbst. DOLLE verlangt eine Öffnung, die mindestens 10 mm länger und breiter ist als der Lukenkasten; bei Wellhöfer ist das Deckenöffnungsmaß zugleich das Bestellmaß. Lesen Sie deshalb vor dem Aussägen die Einbauangaben des gewählten Modells.
Vier Maße, die Sie vor dem Kauf nehmen sollten
- Deckenöffnung – Länge × Breite der vorhandenen oder geplanten Öffnung.
- Raum- bzw. Geschosshöhe – die Höhe, die die Treppe überbrücken muss. Achten Sie darauf, welches Maß der Hersteller meint: Manche fragen die Raumhöhe ab, andere die Geschosshöhe von Fußboden zu Fußboden.
- Deckenstärke – der Lukenkasten muss zur Decke passen. Bei sehr dicken Decken sind Zusatzstufen nötig (siehe DIN 3193 unten).
- Platz zum Ausklappen – unter der Luke muss die Treppe aufgehen können; den Bedarf nennt der Hersteller für jedes Modell.
Normen: DIN EN 14975, DIN 3193 – und warum die DIN 18065 nicht gilt
Viele Käufer fragen nach der DIN 18065, weil sie die Norm für Treppen kennen. Sie regelt Gebäudetreppen und nimmt Bodentreppen ausdrücklich aus: In der Fassung DIN 18065:2020-08 sind „Bodentreppen nach DIN EN 14975" vom Anwendungsbereich ausgenommen. Was die DIN 18065 für feste Treppen verlangt, steht im Ratgeber DIN 18065 für feste Treppen.
DIN EN 14975 – die Produktnorm für Bodentreppen
Die DIN EN 14975:2010-12 „Bodentreppen – Anforderungen, Kennzeichnung und Prüfung" legt Anforderungen an Konstruktion und Funktion fest und beschreibt die Prüfverfahren. Nach Fachliteratur ist eine Bodentreppe für eine Belastung von 150 kg auszulegen; geprüft werden unter anderem eine statische Last und eine Dauerbelastung mit 5.000 Lastzyklen. Einige Hersteller bieten Modelle für 200 kg an.
Die Norm ist nicht im Verzeichnis der harmonisierten Bauproduktnormen gelistet. Ein CE-Zeichen nach DIN EN 14975 gibt es deshalb nicht, und „zertifiziert" ist das falsche Wort: Seriös ist die Angabe „geprüft nach DIN EN 14975", am besten mit Prüfbericht.
DIN 3193 – dicke Decken und höhere Lasten
Die DIN 3193:2018-03 ergänzt die DIN EN 14975 für zwei Sonderfälle: Decken großer Dicke und Nutzlasten über 150 kg. Bei dicken Decken sitzt die oberste Stufe sonst zu tief unter dem Dachbodenfußboden; dann sind Zusatzstufen im Lukenkasten nötig. In der Fachpresse wird dafür eine Deckendicke ab etwa 400 mm genannt. Wellhöfer liefert Bodentreppen für Deckenstärken von 17 bis 90 cm.
Baurecht
Die Musterbauordnung lässt einschiebbare Treppen in Gebäuden der Gebäudeklassen 1 und 2 als Zugang zu einem Dachraum ohne Aufenthaltsraum zu (§ 34 Abs. 2 MBO). Als notwendige Treppe sind sie unzulässig – für ein ausgebautes Dachgeschoss mit Hobby-, Arbeits- oder Schlafraum reicht eine Bodentreppe also nicht. Verbindlich ist die Landesbauordnung Ihres Bundeslandes.
U-Wert und Dämmung
Für Bodentreppen selbst schreibt das Gesetz keinen U-Wert vor. Die Anforderung von 0,24 W/(m²·K) aus § 35 Gebäudemodernisierungsgesetz (bis Juli 2026 § 47 GEG) gilt für die oberste Geschossdecke, zu der die Luke gehört. Gedämmte Bodentreppen erreichen nach Herstellerangaben U-Werte zwischen 0,38 und 0,80 W/(m²·K). Wie Sie die Einbaufuge dicht bekommen und den Deckel nachträglich dämmen, zeigt der Ratgeber Dachbodentreppe dämmen und luftdicht einbauen.
Was kostet eine Bodentreppe?
Der Preis hängt vor allem an Bauart, Größe, Dämmung, Brandschutz und Antrieb. Zur Orientierung zwei Marktwerte (Stand 25. September 2026): Einfache Holz-Bodentreppen gibt es im Onlinehandel ab etwa 170 €, elektrische Bodentreppen namhafter Hersteller kosten etwa 2.800 bis 4.800 €. Die Montage kommt jeweils hinzu.
Einbau und Sicherheit
- Rechtwinklig und waagerecht einbauen: Sitzt der Lukenkasten schief, klemmt die Mechanik und der Deckel schließt nicht dicht. Die Diagonalen des Kastens müssen gleich lang sein.
- Einbaufuge luftdicht schließen: Die luftdichte Schicht der Decke wird an den Lukenkasten angeschlossen.
- Stromanschluss: Elektrische Modelle schließt eine Elektrofachkraft an.
- Offene Luke sichern: Öffnungen in begehbaren Decken sind nach § 38 Abs. 1 Nr. 4 MBO zu umwehren, wenn sie nicht sicher abgedeckt sind; die Umwehrung muss mindestens 0,90 m hoch sein. Ob auf der Dachbodenseite ein Lukenschutzgeländer nötig ist, klären Sie nach Ihrer Landesbauordnung.
- Traglast: 150 kg nach DIN EN 14975; wer regelmäßig schwere Lasten nach oben trägt, achtet auf ein Modell für 200 kg.
- Handlauf und Stufen: Achten Sie beim Kauf auf einen Handlauf und auf Stufen mit rutschhemmender Oberfläche.
- Abschließbar: Einzelne Hersteller bieten ein Schloss für den Lukendeckel an, etwa DOLLE für einige Modelle.
Die Anleitungen für StarWood-Dachbodentreppen finden Sie bei den Montageanleitungen für Dachbodentreppen. Klemmt die Treppe später oder schließt nicht mehr, hilft der Ratgeber Wenn die Dachbodentreppe nicht mehr schließt.
Häufig gestellte Fragen zur Bodentreppe
Was ist der Unterschied zwischen Bodentreppe, Dachbodentreppe und Einschubtreppe?
Keiner – alle Begriffe bezeichnen dieselbe Treppe, die in der Decke verschwindet und den Dachboden erschließt. Gebräuchlich sind außerdem Bodeneinschubtreppe, Speichertreppe, Lukentreppe und Dachlukentreppe.
Welche Normgröße passt zu meiner Deckenöffnung?
Messen Sie Länge und Breite der Öffnung und vergleichen Sie sie mit den Größen des Herstellers – üblich sind Längen von 110 bis 140 cm bei 60 oder 70 cm Breite. Wie viel Spiel zwischen Öffnung und Lukenkasten nötig ist, steht in den Einbauangaben des Modells.
Welche Norm gilt für Bodentreppen – DIN 18065 oder DIN EN 14975?
Die DIN EN 14975 als Produktnorm, für dicke Decken und Lasten über 150 kg ergänzt durch die DIN 3193. Die DIN 18065 nimmt Bodentreppen ausdrücklich aus. Ob eine Bodentreppe als Zugang zulässig ist, regelt die Landesbauordnung.
Wie lange gibt es Garantie auf eine Bodentreppe?
Das regelt jeder Hersteller selbst. Wellhöfer gibt 15 Jahre Herstellergarantie auf die Funktion, Roto 10 Jahre Funktionsgarantie. Die gesetzliche Gewährleistung gilt unabhängig davon.
Kann ich eine Bodentreppe nachrüsten?
Ja, Bodentreppen lassen sich nachträglich einbauen. Voraussetzung ist, dass die Decke die Öffnung zulässt. Müssen tragende Balken durchtrennt oder ausgewechselt werden, gehört die Planung in die Hände einer Fachkraft für Statik.
Was ist eine Brandschutz-Bodentreppe?
Eine Bodentreppe, deren Deckel und Lukenkasten für eine bestimmte Zeit einem Feuer standhalten. Klassifiziert wird sie europäisch zum Beispiel als EI2 30 oder nach deutscher Norm als F 30 – die Zahl steht für 30 Minuten. Ob Ihre Decke das verlangt, ergibt sich aus der Landesbauordnung.
Fazit
Wer vor dem Kauf vier Maße kennt – Deckenöffnung, Raum- oder Geschosshöhe, Deckenstärke und Platz zum Ausklappen –, die richtigen Normen im Blick hat und weiß, dass die Bodentreppe nur zu einem Dachraum ohne Aufenthaltsraum führen darf, findet schnell das passende Modell.
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Dachbodentreppen: Bauarten, Maße und BaurechtQuellenverzeichnis
Alle Quellen abgerufen im September 2026.
[1] DIN Media – DIN EN 14975:2010-12, DIN 3193:2018-03, DIN 18065:2020-08
[2] Musterbauordnung §§ 34, 38 (Bauministerkonferenz)
[3] Gebäudemodernisierungsgesetz § 35 (gesetze-im-internet.de)
[4] Wellhöfer – Bodentreppen Größen und Maße; Klimaklasse; Garantie; Wärmeschutz
[5] DOLLE – Bodentreppen clickFIX, Montage, Absperrschloss, F 30
[6] Roto – Bodentreppen, Garantiebedingungen, profiLine EI2 30
[7] Fachliteratur zu DIN EN 14975 (Haufe, Treppenmeister-Lexikon); inoutic zu DIN 3193
[8] Marktpreise: benz24.de, dolle.de, bodentreppe.shop (25.09.2026)

